Gestern und heute habe ich wieder ein paar Bekanntschaften gemacht, leider weiss ich nicht alle Namen. Es ist aber immer wieder spannend und zeigt, dass die Leute hier irgendwie anders drauf sind.
Anja zum Beispiel. Sie schmeisst hier im Backpackers die Rezeption. Sie ist 24, schon ein paar Monate im Land, arbeitet seit drei Wochen hier in Nelson. Davor hatte sie Trauben gepflueckt irgendwo anders in NZ. Sie will in ein paar Wochen nach Australien, fuer vier Monate. Dort moechte sie italienisch lernen, um danach noch fuer einige Zeit in Italien als Aupair zu arbeiten.
Nennen wir ihn Peter, weil ich den Namen (noch) nicht weiss. Er ist aus Thueringen, kommt gerade aus Thailand und ist ein bisschen enttaeuscht von der Natur, die ihm hier fehlt (!?). Er will morgen zum Abel Tasman Park trampen und dort dann einige Tage wandern gehen. Ich schaetze, erisit Anfang dreissig. Studiert hat er Soziologie und mittlerweile eine Firma, die Sprachcamps fuer Kinder anbietet. Die Kinder lernen so spielerisch in kleinen Gruppen auf dem Bauernhof die jeweilige Sprache. Er hat nur native Speakers angestellt und sein Geschaeft laeuft nur im Sommer, von April bis Oktober. Danach hat er “frei”. Nach vier Jahren hat er sich den ersten laengeren urlaub gegoennt. Die Sprachcamps fuer Kids finde ich eine geniale Idee. Er sagt, es sei total neu in Deutschland, er selbst haette es aus Amerika. Vielleicht sollte ich sowas in Bayern initiieren?
Nennen wir ihn Dirk (ich weiss den Namen auch hier nicht), da er aus Hamburg stammt. Er ist Ende zwanzig und faehrt mit einem Auto ein paar Monate im Land herum, das er sich hier gekauft hat, fuer 1600 Dollar. Die Anmeldung ist wohl kein Problem gewesen. Das dumme ist nur, er hat wohl zu viel fuers sein Budget ausgegeben. Sein Hauptproblem ist derzeit, wie er das Auto wo wieder los wird. In Christchurch (Suedinsel) sind die Preise schlechter. Wenn er es aber wieder nauch Auckland fahren will, um es dort zu verkaufen, muss er noch 220 Dollar fuer die Fahere zusaetzlich in seine Rechnung mit aufnehmen.
Simon, der mit dem Bike, ist etwa mein Alter. Er ist eigentlich aus England und vor ein paar Jahren der Liebe wegen hier haengen geblieben. Mit seiner jetzigen Frau hat er mittlerweile zwei Kinder und auch seit zwei Jahren seine eigene Firma. Er sagt, er habe das in England auch schon gemacht, allerdings erst hier selbstaendig: er ist Baumschneider oder -faeller. Beschneidet oder faellt Baueme auf Privatgrundstuecken.Eer kann mitllerweile gut davon leben. Simon hat mir heute, das ‘93er Manitou gezeigt. Ueberlege noch bis Montag, was ich mache, ob ichs kaufen soll. Ausserdem hat er sich die Zeit genommen und mir eineinhalb Stunden ein paar traumhafte Trails in der Gegend gezeigt.
Irgendwie siend sie alle anders hier drauf, oder ich lerne nur Leute kennen, die interessant sind, oder ich bin einfach nur offener fuer Lebensgeschichten. Liegt vielleicht an der Urlaubsstimmung in einem “offenen” Land mit “offenen” Leuten.